• Jens Nolting

Nachhaltige Effizienz in der digitalen Werbung

Wie wir bei Welect eine Win-Win Situation für Klima und Kampagnen kreieren.


Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz zählen aktuell zu den wichtigsten und kontrovers diskutierten Themen unserer Zeit. Und so hat, neben der globalen Klimadiskussion, jede Branche seine eigene kleine „Klimadiskussion“. Wir von Welect stehen mit unserem Choice-Driven-Ansatz für einen nachhaltigen Umgang mit der wertvollen Ressource „User-Aufmerksamkeit“. Warum das nicht nur die Nerven der User schont, sondern auch einen positiven Impact auf das Klima hat, möchte ich euch gern in diesem kurzen Blogartikel erzählen.


Fangen wir mit zwei kleinen Rechenbeispielen aus dem Alltag an:

  • Ein Tweet = CO2-Ausstoß von 294 Gramm (0,63 kWh / deutschen Strommix - 470 Gramm CO2 pro kWh) Mit einem sparsamen Benziner könnte man da gut 2,5 Kilometer weit fahren, mit einem effizienten E-Mobil wären es sogar 4,3**

  • Eine Anfrage bei der bekanntesten Suchmaschine = 0,3 Wattstunden. Mit 20 Anfragen könntet ihr also eine Energiesparlampe eine Stunde leuchten lassen, mit 200 Anfragen ein Hemd bügeln**


Jede Minute gehen etwa 4 Millionen Suchanfragen bei Online-Suchmaschinen ein. Besonders in der digitalen, technischen Welt des Internets ist es nur schwer greifbar, wie die Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima ganz konkret aussehen.


Wisst ihr, wie viel Emission euer Foto-Upload bei Instagram verursacht? Oder wie viel Co2-Ausstoß täglich auf Google-Suchanfragen zurückzuführen ist? Nein? Damit steht ihr sicher nicht allein da!


Ob analog oder digital – jede Werbung hinterlässt einen Co2-Fußabdruck Ohne nun das Thema Nachhaltigkeit von allen drei wichtigen Seiten ökonomisch, sozial und ökologisch zu beleuchten, oder mich an der Diskussion zu beteiligen, ob nun „analog“ oder „digital“ die nachhaltigere Werbeform ist, möchte ich mich in diesem Artikel auf einen universellen Fakt konzentrieren: Ob analog oder digital, jede Werbung hinterlässt einen Co2-Fußabdruck!

Diesen Fußabdruck zu messen, zu verstehen und vor allem in entsprechender Weise auszugleichen, ist ein sinnvoller und in den heutigen Zeiten auch notwendiger Schritt in die grüne Richtung der Marketing-Branche. Und dabei ist es egal, wie groß dieser Schritt ist. Sei es die komplette Co2-Neutralität eines ganzen Agentur-Netzwerkes, „nur“ das Umstellen auf 100% Ökostrom für den Firmensitz oder die Unterstützung der nachhaltigen Bio-Bauern um die Ecke. Jede Maßnahme zahlt auf das gleiche Ziel ein und leistet einen wichtigen Beitrag!

Auch wir von Welect bieten unseren Kunden mit unserem Responsibility-Programm die Möglichkeit, die Co2-Emission ihrer Kampagne auszugleichen. Sinnvoll? Auf jeden Fall! Aber gehen wir doch noch einen Schritt zurück. Niemand wird dem Recycling seine wichtige Rolle beim Thema Nachhaltigkeit absprechen. Doch genau so würde ebenfalls niemand widersprechen, wenn Müllvermeidung nicht als die deutlich bessere und effektivere Variante bezeichnet werden würde. Die wichtige Frage, welche noch wenig im Fokus steht und sich nicht täglich in der eigenen LinkedIn-Timeline durch diverse Beiträge wiederfindet, sollte also lauten: Was können wir tun, damit gar nicht erst so viele Emissionen entstehen.


Besser Emissionen vermeiden, statt sie später auszugleichen – das gilt auch Online! Unsere simple Antwort lautet also: Weniger ist in diesem Fall mehr, bzw. besser!

Konkret könnte das dann so aussehen, dass man bewusst auf Impressions & Autoplays bei uninteressierten Usern verzichtet. Seit 2010 haben sich die Datengrößen der Website-Desktop-Varianten* (vervierfacht) und vor allem der Mobile-Versionen (fast verzehnfacht) immens vergrößert und eine unglaubliche Menge an Datenvolumen erreicht. Datenvolumen, welches natürlich auch entsprechende Mengen an Energie verbraucht. Doch auch das Tracking, die Datengröße der eingebetteten Werbung und vor allem das Sammeln und Speichern von Daten hat hier einen signifikanten Anteil. Durch „Energiefresser“ wie Massenspeicher, Server-Datenübertragung und die gesamte Infrastruktur hätte sich das „Web“, als Land betrachtet, mittlerweile hinter China und den USA auf den dritten Platz des Länderrankings*** geschoben.

Kleine Anpassung, große Wirkung – Aufmerksamkeit statt Autoplays!

Sollten wir weiterhin mit einer möglichst hohen Anzahl billiger Impressions die Nutzer überfrachten und Branding durch Quantität erzwingen und dabei auch signifikant mehr Energie verbrauchen? Leider funktionieren noch viele Mediapläne nach dem Motto „Viel hilft viel“. Aus unserer Sicht ist es deutlich sinnvoller und entsprechend nachhaltiger, wenn z.B. eine Video-Ad nur dann abgespielt wird, wenn der Nutzer auch selbst sein Interesse bekundet hat und die Wiedergabe selbst startet. So entsteht der hohe Energieaufwand der Ausspielung nur, wenn der User interessiert ist und seine Aufmerksamkeit bereitstellt. Anders als bei einem Autoplay sparen wir in dem Fall den Energieverbrauch einer Ausspielung eines großen Video-Datei-Formats und gehen dabei auch mit der Ressource „User-Aufmerksamkeit“ schonender um. Einen weiteren nachhaltigen Effekt kann auch der zweiseitige Cookie-Verzicht haben. Dies gilt sowohl für den Verzicht des Erfassens von Daten, sowie die eigene Nutzung von bestehenden Datenquellen. Diese müssten in dem Fall nicht mehr gespeichert, verknüpft, abgerufen und nutzbar gemacht werden. Auch im nachgelagerten Prozess der Datensammlung wird viel Energie benötigt, z.B. für das Matchen und Verwalten von Cookies & Identifiern und die entsprechende Synchronisation mit anderen (nicht nur 1st-Party) Datenquellen. Diese Faktoren können mit Hilfe von Welect bei der Energiebilanz der Kampagne eingespart und deutlich reduziert werden.

Die kleinen Beispiele zu Beginn dieses Artikels haben verdeutlicht, dass eine effektive und effiziente Ausspielung von Kampagnen ein weiterer Baustein zu einer nachhaltigeren Medienwelt sein kann und dass der Verzicht auf „qualitätsarme“ Impressions & vor allem Autoplays sich signifikant auf die Co2-Bilanz von Kampagnen auswirkt. Es ist an der Zeit umzudenken in Bezug auf Quantität als Qualitätskriterium, wenn man Kampagnen-KPIs zuweist und diese anschließend dann auswertet. Dank unseres Choice-Driven-Advertising-Ansatzes, dem Welect-Responsibility-Programm, dem Verzicht auf das Sammeln von User-Daten & unserer Haltung zu effizienter Werbung sind wir bei Welect auf einem guten Weg und können vielleicht die Quantitätsdiskussion in der Media-Branche weiter vorantreiben. Wir bleiben am Ball und gucken natürlich auch weiterhin, wie wir unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern können. Hast du dich auch mit dem Thema beschäftigt und vielleicht zusätzliche Ideen oder Informationen für uns? Dann wende dich jederzeit sehr gern an jens.nolting@welect.de! Ich freu mich auf den Austausch mit dir & euch!


Quellen: * http.archive.org

** https://www.heise.de/tp/features/Stromfresser-Internet-4776573.html

*** https://www.un.org/sustainabledevelopment/news/communications-material/